Japanische Gartenkunst

Für Gärten in Japan gibt es keinerlei Hinweise bis zur Asukazeit (593-644). Seit alters her werden in Japan Hügel, Berge, Bäume und Felsen als Sitze von Göttern und Dämonen verehrt. Gewisse Plätze werden als heilig angesehen und durch ein Reisstrohseil (shimewasa) mit weißen, zick-zack-förmigen Papierstreifen gekennzeichnet. Auf diese Verehrung der Natur konnte sich sehr schnell der chinesische Einfluss in der Entwicklung von Landschaftsgärten aufbauen. Bereits sehr früh kam es in Japan zu überarbeiteten eigenständigen Formen; das heißt, unter dem Einfluss des Buddhismus entwickelten sich Literatur, Malerei, Architektur und Gartenkunst - speziell die Teichgärten (nach der chinesischen Legende über die Inseln der Unsterblichen) mit ihren nachempfundenen Landschaftsszenerien und Inseln.

Nach der Zeit des sorgfältigen Kopierens chinesischer Formen begannen die japanischen Gartenkünstler ihre Eigenständigkeit zu entfalten. Die Inseln der Unsterblichen wurden später im "karesansui" (dem trockenen Landschaftsgarten) gestaltet; man pflanzte Kiefernbäume und entwickelte Kranich- und Schildkröteninseln (tsurushima und kameshima) - damit assoziierte man eine sehr lange Lebensspanne.

In der Muromachizeit (1336-1567) entwickelten sich Gärten für die Teezeremonie bzw. dem Teehaus (chashitsu) zugeordnete Gärten - im Besonderen dem wabicha (der wabi-Teezeremonie), die nach den vier Prinzipien von Harmonie, Respekt, Reinheit und Stille (Gelassenheit, Einfachheit) errichtet wurden.

Ein spezieller Weg, genannt roji (Feldweg) führte zum Teehaus, das sich durch Einfachheit und Ruhe in Verbindung mit ländlicher Abgeschiedenheit auszeichnete. Roji bezeichnet nicht nur den Weg, sondern dient auch als Metapher für Abgeschiedenheit und Ruhe - roji auch als geheiligter, reiner Ort Buddhas.

"Roji ist mehr ein Pfad außerhalb der profanen Welt. Warum des Gedanken Staub hier sich zu verbreiten erlauben?" (Sen-no-Rikyu)

Zen-Interpretationen der Natur (Predigten Buddhas - das Murmeln eines Gebirgsbaches, Geräusche des Windes usw. Gras, Holz, Steine, Berge - alles Wesen, die Buddha repräsentieren) wurden von Sen-no-Rikyu übernommen, der auch die Gestaltungsprinzipien für die Teegärten festlegte - ein Handwaschbecken (tsukubai) zur symbolischen Reinigung von Seele und Körper, Steinlaternen für die Zeremonien während der Nacht, Trittsteine usw.

Sen-no-Rikyu war von den einfachen Dingen des täglichen Lebens, die reine Funktionen erfüllten und nicht mit Ornamenten geschmückt waren, begeistert und so verwendete er Teeutensilien, die schön waren in ihrer Form, die aus der Funktion entstanden sind; so wie auch der Teegarten, der frei sein mußte von Prunk und Künstlichkeit. Der Garten hatte seine ihm inne wohnende Schönheit von Einfachheit und Stille gemäß den vier Prinzipien des wabi cha auszudrücken.

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